In der Handelskammer Bozen wurden heute zwei Studien zu den Südtiroler Meisterunternehmen und den Arbeitnehmern mit Meistertitel vorgestellt. Das Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) und die Beobachtungsstelle für den Arbeitsmarkt der Landesabteilung Arbeit präsentierten Strukturdaten und Erfolgsfaktoren. Dabei wurde einmal mehr klar, dass sich die Meisterausbildung lohnt. Obermeister Martin Haller fordert deshalb, die Meisterausbildung weiter aufzuwerten.

Vielerorts beklagen Betriebe den Fachkräftemangel. Umso wichtiger ist die Lehrlingsausbildung. Durchschnittlich bilden Meisterbetriebe mehr Lehrlinge aus. Somit ist die Meisterausbildung zugleich eine Basis der Lehrlingsausbildung. Außerdem ist sie eine Stütze für unternehmerische Tätigkeiten und für Innovation in den Betrieben. Obermeister des Südtiroler Meisterbunds Martin Haller betont: „Die Meisterausbildung ist die höchste Qualifikation in den praktischen Berufen und verdient daher Wertschätzung und Sichtbarkeit.“ Daher müsste auch in Zukunft daran gearbeitet werden, den Meistertitel besser anzuerkennen und konkrete Vorteile zu schaffen. Insgesamt sollen alle Initiativen verstärkt werden, um junge Menschen zur Meisterausbildung hinzuführen. Eine konkrete Maßnahme bestünde darin, die Meisterausbildungskurse bedarfsgerecht durchzuführen, indem das Angebot an die Bedürfnisse der berufstätigen Teilnehmer angepasst wird.

In diesem Jahr freute sich der Südtiroler Meisterbund bereits über ein politisches Abkommen: Meisterdiplome in 32 Berufen und Lehrabschlusszeugnisse in 130 Berufen werden in Zukunft von Italien und Österreich wechselseitig anerkannt. Das nächste Ziel ist ein gleichwertiges Abkommen mit dem Bundesland Bayern. „Mit derartigen Vereinbarungen erleichtern wir die Anerkennung der Meisterprüfung über die Landesgrenzen hinaus“, sagt Haller. Philipp Achammer, Landesrat für Bildung, weist außerdem darauf hin, dass ein Meistertitel in Deutschland seit 2012 mit einem Bachelorabschluss gleichgestellt ist. Auch in Italien sei dies wünschenswert, betont Achammer. Schließlich müssten der Umfang und die Qualität der Meisterausbildung honoriert werden.