Über 200 Meisterinnern und Meister mit ihren Familien sowie namhafte Vertreter aus Politik und Wirtschaft sind gestern der Einladung des Südtiroler Meisterbundes nach Bozen gefolgt. In der Firma Auto Brenner stand neben den Ehrungen verdienter Mitglieder und dem persönlichen Austausch auch ein Thema im Mittelpunkt, das in unserer Gesellschaft und besonders in der Wirtschaftswelt oft tabuisiert wird: Unternehmertum und Scheitern.

Aus allen Landesteilen waren gestern (24. Februar) Meisterinnen und Meister nach Bozen gereist, um gemeinsam den 3. Meisterempfang des Südtiroler Meisterbundes zu begehen. Obermeister Martin Haller freute sich über die rund 220 Teilnehmer, unter ihnen auch namhafte Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Er sah dies als Bestätigung und Zeichen der Wertschätzung und dankte auch dem Gastgeberbetrieb Auto Brenner, der selbst 8 Angestellte mit Meistertitel beschäftigt, für die Verfügbarkeit der Räumlichkeiten. „Wenn es keine Meisterausbildung gibt, gibt es auch keine Lehrlingsausbildung“, betonte er in seine Ansprache und erklärte die wichtige Rolle, die MeisterInnen als AusbilderInnen in den Betrieben erfüllen. Obermeister Haller verwies auf eine vor kurzem erschienene Studie des Amtes für Arbeitsmarktbeobachtung, wonach klar hervorgehe, dass Betriebe mit Meistern wesentlich mehr Lehrlinge ausbilden, als jene ohne. Auch in Deutschland überlege Bundeskanzlerin Merkel aus diesem Grund die Wiedereinführung der Meisterpflicht in 53 Berufen. Er berichtete auch über die Erfolge, die der Meisterbund seit seiner Gründung feiern durfte. „Aktuell sind wir dabei, ein offizielles Meisterverzeichnis einzurichten, um dem Meistertitel mehr Sichtbarkeit zu geben. Die Handelskammer unterstützt dieses Vorhaben und wir hoffen auf eine baldige Umsetzung“, so Haller.

33 Ehrungen

Landeshauptmann Arno Kompatscher dankte in seiner Ansprache dem Südtiroler Meisterbund für die tatkräftige Sensibilisierungsarbeit für den Meistertitel, Landesrat Philipp Achammer unterstrich die Wichtigkeit des Meisters als Vorbild und Leitfigur für junge Auszubildende. Im Anschluss wurden insgesamt 33 Meister geehrt, die ihren Meisterbrief bereits seit 30 und mehr Jahren besitzen und damit für hohe Qualität und Einsatzbereitschaft bürgen. Gemeinsam mit Landeshauptmann Kompatscher übergaben Obermeister Martin Haller und seine Stellvertreter Ester Brunini und Peter Mayrl die Ehrungen.

Von der "Kunst des (erfolgreichen) Scheiterns"

Impulse zum richtigen Umgang mit dem Tabu-Thema „Scheitern“ gab Gastreferent Reinhold Karner. Karner, der nach 21 Jahren erfolgreicher Betriebsführung mit seinem IT- und Beratungsunternehmen Insolvenz anmelden musste, veranschaulichte anhand seiner Erfahrungen wie man mit persönlichen und beruflichen Rückschlägen umgehen kann. „So viel wie man durch das Scheitern lernt, lernt man an keiner Uni. Auch der Erfolg hat noch niemals jemandem etwas gelernt", brachte es der Referent auf den Punkt und hob hervor, dass es nicht die Schwierigkeit wäre, Erfolg zu haben, sondern ihn zu halten. Dies könne man vor allem durch Innovation realisieren: „Finden Sie einfach ein reales Problem, dann die Lösung dazu und der Kunde wird es ihnen danken.“

Persönlicher Austausch bei Buffet und Live-Musik

Im Rahmen der Vollversammlung wurde auch die neue Homepage des Meisterbundes www.meisterbund.it vorgestellt, die an die Imagekampagne von 2016 angelehnt wurde. Dabei ist die Seite nicht nur reine Informationsplattform, sondern haben die Mitglieder des Meisterbundes nun auch die Möglichkeit, ihr eigenes Meisterprofil anzulegen, das über die Meistersuche mit Filterfunktion aufgerufen werden kann. Danach hatten die Gäste die Möglichkeit bei einem Buffet mit Live-Musik persönlich in Kontakt zu treten, sich auszutauschen und den sehr gelungenen Abend zu feiern.