Südtiroler Meisterbund zu Gast in Bruneck bei der Firma Elpo.

Innovation, soziales Engagement und Leidenschaft zeichnen das Pustertaler Unternehmen im Bereich Elektrotechnik aus. Am vergangenen Wochenende trafen sich dort Südtiroler Meister, um den Betrieb näher kennenzulernen.

Der Südtiroler Meisterbund organisierte ein weiteres Netzwerktreffen. Dieses Mal wurden Südtirols Meister in die Firma Elpo in Bruneck eingeladen. „Es freut mich sehr, dass wir wieder Gast eines Südtiroler Vorzeigebetriebes sein dürfen. Dieses Treffen bietet ein weiteres Mal die Möglichkeit des Gesprächsaustausches und des Netzwerkens“, begrüßte Peter Mayrl, Vize-Obermeister die Teilnehmer.

Robert Pohlin, Inhaber und Präsident des Unternehmens Elpo berichtete über den unternehmerischen Werdegang: „Mein Vater hat den Elektrobetrieb im Jahr 1947 gegründet, bereits damals mit dem Ziel, höchste Qualität zu bieten.“ Daran habe man stets festgehalten. Den hohen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden gehörte auch heute noch zum obersten Leitmotiv des Unternehmens. In den vergangenen Jahren hat sich der Betrieb auf fünf Kerngebiete spezialisiert: Elektrotechnik, grüne Energie, Automation, Photovoltaik und Service.

„Besonders stolz sind wir auf unser junges Team. Das Durchschnittsalter unserer Mitarbeiter beträgt 27 Jahre. Mitarbeiterpflege wird bei uns groß geschrieben. Schließlich ist unsere Mannschaft unser Kapital“, unterstrich Pohlin. Als Dienstleistungsunternehmen hat es sich ELPO zur Aufgabe gemacht, den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen. Pohlins Vision: Zum internationalen Marktplayer im Sektro Elektrodienstleister heranzuwachsen.

Wer trifft die Entscheidungen und führt die Geschäfte fort, wenn krankheits- oder unfallbedingt der Arbeitgeber ausfällt? Mit dieser Frage beschäftigten sich gestern zahlreiche Mitglieder des Südtiroler Meisterbundes.

Niemand setzt sich gern mit dem Gedanken auseinander, dass der Chef plötzlich einen Herzinfarkt, Schlaganfall, Freizeit-, Arbeits- oder Autounfall erleidet und ausfällt. Und dennoch kann es jederzeit und jedem passieren. Die Ehefrau, der Ehemann, die Familienangehörigen und die Mitarbeiter stehen in diesem Moment vor einer Reihe von Fragen wie: Wer führt die Geschäfte fort? Wer trifft nun die Entscheidungen? Können die Löhne und Gehälter weiter gezahlt werden? Wer hat den Überblick über Forderungen und Verbindlichkeiten? „Damit diese und weitere Fragen nicht unbeantwortet bleiben und das Unternehmen fortgeführt werden kann, muss sich das Unternehmen frühzeitig vorbereiten“, unterstreicht Martin Haller, Obermeister des Südtiroler Meisterbundes, der gestern den Informationsabend zum Thema „Notfallplan – Was tun wenn der Chef plötzlich ausfällt“ im Meisterbetrieb Auto Hofer in Klausen organisiert hat. Bernd Leitzbach, Gastreferent der Veranstaltung sprach Klartext: „Wenn der Chef ausfällt, müssen die Mitarbeiter gut vorbereitet sein sprich sie müssen Bescheid über die Entscheidungsprozesse sowie über die Hinterlegung notwendiger Unterlagen wissen. Kommunikationsabläufe sollten so transparent wie möglich sein, damit sämtliche Informationen verfügbar und auffindbar sind.“ Oberstes Ziel müsse die Sicherung des Unternehmens sein, dessen Erfolg vor allem auf gute und qualifizierte Mitarbeiter aufbaue. Umso wichtiger sei es laut Leitzbach schon frühzeitig vorzusorgen, damit Risikofaktoren und Schäden zu minimieren und Familie und Mitarbeiter vor unangenehmen Situationen zu bewahren. Christian Hofer führte die Teilnehmer im Rahmen der Veranstaltung durch seinen Betrieb und gab einen Einblick in den Tagesablauf eines Autohause mit KFZ-Werkstatt.

In der Handelskammer Bozen wurden heute zwei Studien zu den Südtiroler Meisterunternehmen und den Arbeitnehmern mit Meistertitel vorgestellt. Das Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) und die Beobachtungsstelle für den Arbeitsmarkt der Landesabteilung Arbeit präsentierten Strukturdaten und Erfolgsfaktoren. Dabei wurde einmal mehr klar, dass sich die Meisterausbildung lohnt. Obermeister Martin Haller fordert deshalb, die Meisterausbildung weiter aufzuwerten.

Vielerorts beklagen Betriebe den Fachkräftemangel. Umso wichtiger ist die Lehrlingsausbildung. Durchschnittlich bilden Meisterbetriebe mehr Lehrlinge aus. Somit ist die Meisterausbildung zugleich eine Basis der Lehrlingsausbildung. Außerdem ist sie eine Stütze für unternehmerische Tätigkeiten und für Innovation in den Betrieben. Obermeister des Südtiroler Meisterbunds Martin Haller betont: „Die Meisterausbildung ist die höchste Qualifikation in den praktischen Berufen und verdient daher Wertschätzung und Sichtbarkeit.“ Daher müsste auch in Zukunft daran gearbeitet werden, den Meistertitel besser anzuerkennen und konkrete Vorteile zu schaffen. Insgesamt sollen alle Initiativen verstärkt werden, um junge Menschen zur Meisterausbildung hinzuführen. Eine konkrete Maßnahme bestünde darin, die Meisterausbildungskurse bedarfsgerecht durchzuführen, indem das Angebot an die Bedürfnisse der berufstätigen Teilnehmer angepasst wird.

In diesem Jahr freute sich der Südtiroler Meisterbund bereits über ein politisches Abkommen: Meisterdiplome in 32 Berufen und Lehrabschlusszeugnisse in 130 Berufen werden in Zukunft von Italien und Österreich wechselseitig anerkannt. Das nächste Ziel ist ein gleichwertiges Abkommen mit dem Bundesland Bayern. „Mit derartigen Vereinbarungen erleichtern wir die Anerkennung der Meisterprüfung über die Landesgrenzen hinaus“, sagt Haller. Philipp Achammer, Landesrat für Bildung, weist außerdem darauf hin, dass ein Meistertitel in Deutschland seit 2012 mit einem Bachelorabschluss gleichgestellt ist. Auch in Italien sei dies wünschenswert, betont Achammer. Schließlich müssten der Umfang und die Qualität der Meisterausbildung honoriert werden.

Alle Mitglieder des Südtiroler Meisterbundes waren am Samstag, 8. Juli zum Familienfest auf der Plose eingeladen. Auf dem Brixner Hausberg konnten die Teilnehmer die Bergkulisse bei bestem Wetter genießen. Nach einem Willkommens-Aperitif bei der Bergstation wanderten die Meisterinnen und Meister mit ihren Familien zur Rossalm.

Das Logistikzentrum der Firma Siebenförcher war Ziel des Meistertreffens im Mai. Knapp 40 Meisterinnen und Meister nutzen die Gelegenheit das Logistikzentrum des Traditionsunternehmens Siebenförcher zu besichtigen. Die Geschwister Thomas und Barbara Siebenförcher gaben einen Einblick in das Südtiroler Traditionsunternehmen. 

 Der Südtiroler Meisterbund zeigt sich erfreut über die kürzlich von der Landesregierung beschlossene Förderung in Form von Kapitalbeiträgen mittels Bewertungsverfahren.

„Insbesondere freut es uns, dass der Meisterbrief und auch die Ausbilder von Lehrlingen in den Bewertungskriterien berücksichtigt wurden“, erklärt Obermeister Martin Haller. 

Positives Feedback für die wieder eingeführten Kapitalbeiträge für Investitionen gibt es von Seiten des Südtiroler Meisterbundes. Neben der Neuheit, dass die Förderbeiträge nach einem Wettbewerbsverfahren vergeben werden, sind auch verschiedene Kriterien für den Erhalt des Förderbeitrags ausschlaggebend. Entsprechende Punkte werden folglich nach Strukturschwäche, Bestandsnutzung, Wachstum, weibliches Unternehmertum und Qualifizierungen wie Meisterbrief und Ausbilder von Lehrlingen vergeben. „Diese Beiträge werden die Investitionstätigkeit der Südtiroler Wirtschaft ankurbeln und insgesamt zu einem Wirtschaftswachstum führen“, ist Obermeister Martin Haller überzeugt. Einzig bedauerlich sei, dass Betriebe, die Meister beschäftigen die Mehrpunkte nur dann erhalten, wenn mindestens 30 Prozent der Angestellten diese Qualifizierung vorweisen. „Dadurch werden einige durch den Rost fallen, auf der anderen Seite könnte es ein Ansporn sein, die Mitarbeiter zu motivieren, sich für diesen Ausbildungsweg zu entscheiden“, kann Haller auch diesem Punkt noch etwas Positives abgewinnen. Insgesamt erhofft sich der Obermeister, dass viele Meisterbetriebe diese Gelegenheit nutzen und dadurch auch neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen.

Südtirols Meister erhalten mehr Sichtbarkeit.  Der Kammerausschuss der Handelskammer Bozen hat grünes Licht für das offizielle Verzeichnis der Meister gegeben.
Mit der Gründung des Südtiroler Meisterbundes im Jahr 2014 wurde eine sektorenübergreifende Plattform für über 75 Meisterberufe geschaffen. Durch verschiedene Initiativen und Veranstaltungen rund um die Ausbildung und die Qualität ist es in den letzten Jahren erfolgreich gelungen, dem Meisterbrief mehr Wertschätzung und Sichtbarkeit zu verleihen. Nun ist ein weiterer Schritt in diese Richtung geschafft: Gestern hat der Kammerausschuss der Handelskammer beschlossen, auf der Internetseite ein Verzeichnis der Südtiroler Meister einzurichten. „Meister verfügen über eine fundierte Ausbildung und sind kompetente Fachexperten auf ihrem Gebiet. Dafür spricht ihr gediegene und berufspädagogische Ausbildung. Diese Qualifikation muss aber sowohl unter den Handwerkern und Dienstleistern als auch unter den Kunden wahrnehmbarer werden“, betont Obermeister Martin Haller.
Vorerst werden in das Verzeichnis, das einem Berufsalbum nahekommt, alle Mitglieder des Südtiroler Meisterbundes eingetragen, langfristig sollen aber sämtliche Meister des Landes daraus hervorgehen. Haller hat bereits ein weiteres klares Ziel vor Augen: „Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Südtiroler Meister durch das offizielle Verzeichnis auch zusätzliche berufliche Befähigungen erlangen“.

Das Verzeichnis ist auf der Internetseite der Handelskammer unter http://www.camcom.bz.it/sites/default/files/uploaded_files/Registro_imprese/Report.pdf abrufbar.

Über 200 Meisterinnern und Meister mit ihren Familien sowie namhafte Vertreter aus Politik und Wirtschaft sind gestern der Einladung des Südtiroler Meisterbundes nach Bozen gefolgt. In der Firma Auto Brenner stand neben den Ehrungen verdienter Mitglieder und dem persönlichen Austausch auch ein Thema im Mittelpunkt, das in unserer Gesellschaft und besonders in der Wirtschaftswelt oft tabuisiert wird: Unternehmertum und Scheitern.

Interessante Ergebnisse zur Meisterausbildung und zur Rolle des Meisters als Ausbildner liefert eine vor kurzem erschienene Studie des Amt für Arbeitsmarktbeobachtung zum Thema "Die zeitliche Entwicklung der Lehrbetriebe".

Mit gleich zwei Weiterbildungsabenden zum Thema "Was kostet die Meisterstunde?" ist der Meisterbund in das neue Jahr gestartet.